Upside Down, oder besser Downside Up

Ich glaube, eines der wesentlichen Probleme, die arrivierte Kommunikationsstrukturen mit dem neuen Internet haben, ist die grundsätzliche Art und Weise, wie im Web die Kommunikationshirarchien aufgebaut sind. Fatalisten würden sagen: Die gibt es nicht mehr. Progressivere würden sagen: Sie hat sich umgedreht. Warum ist das so seltsam für uns? Kommunikation ist eine Regalie der Macht. Wer die Macht hat, hat auch das Recht auf (Massen)-Kommunikation: Reiche Verleger, der Staat usw. Mit dem Web 2.0 ist die Kommunikation erstmals (abgesehen von den Problemen, die der Digital Divide mit sich bringt) demokratisiert. Was im übrigen die bisherigen Herren über die Kommunikation ziemlich wütend macht.

Jedenfalls verändern sich mit der Demokratisierung der Kommunikation auch die Organisationsstrukturen der Selbigen. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern radikal und 180 Grad. Die ganze Struktur dreht sich upside down. Oder, um es politischer auszudrücken, downside up. Dies sei hier am Beispiel RSS demostriert.

RSS ist aber nur ein Beispiel, wie sich die Organisationsstrukturen ändern. Heinz hat eine wirklich spannende Seite zu diesem Thema gefunden: Es nennt sich VRM. Vendor Relations Management ist das genaue Gegenteil von CRM (Customer Relations Management). Eigentlich eine geniale Idee: Wenn man davon ausgeht, dass das Web 2.0 die die alten Organisationsstrukturen downside up stellt, dann ist es nur konsequent, wenn sich das Unternehmen nicht mehr um die Kundenbindung bemüht, sondern die Kunden sich um ein gutes Verkäufer-Beziehungs-Management bemühen. Klingt im ersten Moment absurd, oder? Aber das passiert ja schon: Man nehme ciao, geizhals.at oder andere Bewertungsportale. Da passiert genau das und es sind auch keine Spinner, de sich damit beschäftigen.

Besonders interessant wird dann das ganze, wen man es auch die PR überträgt. Demnach wäre nämlich PR und damit das ganze arrivierte Instrumentarium der gute Old-Media-Way. Im Netz müssten man dann nciht mehr Public Relations betreiben, sondern Corporate Relations. Die Definition müsste dann reziprok zur klassischen PR-Theorie sein:

„Öffentlichkeitsarbeit oder Public Relations sind das Management von Informations- und Kommunikationsprozessen zwischen Organisationen einerseits und ihren internen und externen Umwelten (Teilöffentlichkeiten) andererseits. Funktionen von Public Relations sind Information, Kommunikation, Persuasion, Imagegestaltung, kontinuierlicher Vertrauenserwerb, Konfliktmanagement und das Herstellen von gesellschaftlichem Konsens.“ (Bentele, 1997)

Also müsste die Definition von Corporate Relations sein:

Corporate Relations gibt internen und externen Umwelten eines Unternehmens die Mittel, um mit dem Unternehmen zu kommunizieren, sich über es zu informieren, das Image des Unternehmens zu überprüfen und Konflikte anzusprechen. Diese Vorgänge haben das Ziel, eine Vetrauensbasis zum Unternehmen aufzubauen sowie gesellschaftlichen Konsens zum Ausdruck zu bringen.

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