Puh, das ging in die Hose

Die macht von Web 2.0 im Wahlkampf lässt sich zur Zeit sehr schön im amerikanischen Wahlkapf beobachten. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten. Auch deutsche Parteien wollen vom Web profitieren. Manche übersehen dabei, dass das Web 2.0 nicht nur machtvoll für, sondern eben auch gegen einen arbeiten kann, wenn man es nicht richtig macht versucht, den Erfolg mit unlauteren Mitteln herbeizuführen. So geschehen im Hamburg Wahlkampf der FDP.

Die Liberalen haben ein kleines Wahlwerbevideo bei YouTube Online gestellt.

ARVE Error: no id set

Soweit sogut (über die Qualität des Spots lässt sich streiten). Was aber garnicht gut war, war, dass die betreuende Agentur unter dem Deckmantel eines gefaketen GMX-Mail-Accounts Blogger, auf das Video hinwies. Wohl in der Hoffnung, dass die so angesprochenen darüber bloggen würden. Das Bloggen passiert jetzt auch. Mit dem feinen Unterschied, dass sich die Blogger über diese Art der verdeckten PR (manche würden auch sagen Spam) mächtig aufregen. Und zwar zu recht: Wer Mails faked nach dem Beispiel der FDP:

„Betreff: FDP Wahlspot
Absender: n…@gmx.de
Hallo!
Kennst du schon den FDP-Wahlwerbespot für die Bürgerschaftswahlen in HH?
Wäre der nicht was für deinen Blog?”
Viele Grüße,
N.“ via

Der hat die Schelte verdient. Es zeigt einmal mehr, dass nur eine offene und transparente Kommunikation im Web erfolgreich sein kann. Alles andere kommt früher oder später raus und dann rollt die Google-Lawine über einen weg.

Es kann sogar soweit kommen, dass User eine Antwort zum ursprünglichen YouTube Video herstellen. Dieses ist zwar ziemlich geschmacklos, dürfte aber trotzdem für die FDP in HH ziemlich kontraproduktiv sein.

ARVE Error: no id set

UPDATE: Offensichtlich hat die FDP das untere Video von YouTube runter nehmen lassen. Genaueres bei Netzpolitik 

2 thoughts on “Puh, das ging in die Hose

  • 12/18/2008 at 01:58
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    Der gute Internet-Wahlkampf Obamas (McSenile und sein verunsichertes Team konnten da nicht mithalten) war ein wichtiger, aber sicher nicht der einzige Gewinnfaktor. Damit wurde vor allem das Spendengeld der kleinen Leute eingesammelt. Der Tür-zu-Tür-Wahlkampf einer Riesenmenge von Unterstützern war aber mindestens genauso wichtig. Und bitte nicht vergessen: gegen einen Kandidaten der Partei, die den Präsidenten stellte, der verantwortlich ist für den Irak-Krieg, eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben, eine Deregulierungspolitik, die hauptverantwortlich für die weltweite Finanzkrise ist, eine Verschlechterung des ohnehin uneffizienten Gesundheitssystems, eine katastrophale, allein auf Eliten ausgerichtete Bildungspolitik und noch so einiges andere, hatte ein Gegenkandidat ohnehin nicht allzu schlechte Chancen. Überraschend und erschreckend ist vielmehr, daß eine mehr oder weniger Neuauflage der bisherigen Politik mit einem Gaga-Kandidaten und einer realkomödiantischen Vizekandidatin so viele Stimmen erhielt. Obama hat alles andere als einen Erdrutschsieg errungen und es ist zu bezweifeln, daß er die USA wirklich grundlegend umkrempeln kann. Das sollte man bei aller Freude über den Obama-Sieg nicht aus dem Auge verlieren.

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  • 12/12/2008 at 11:58
    Permalink

    alles in allem fand ich den US-Wahlkampf ein sehr ausgeklügeltes System. Das Internet wurde nach bestem Wissen eingesetzt und der Erfolg war doch enorm. Vielleicht müssen sich die Promoter hierzulande ein Stück von den Trick der anderen abschneiden um zu ähnlichen Erfolgen zu gelangen.

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