PR und Blogger: Pitchen ja, fragen nein?

Interessante Beobachtung, die Ewan MacLeod neulich drüben in den USA gemacht hat. Zwar ist es schön zu sehen, dass es Blogger gibt, die sich nicht nur andauernd über (zugegebenermaßen oft) miese Pitches muckieren, sondern die aktiv an die Pressestellen herantreten und nachfragen, ob es etwas neues gibt; andererseits ist es erschreckend, wenn Ewan dann schreibt, dass er nach so, einer Anfrage oft mit leeren Händen da steht.

How many of them reply to me saying ‘No, sorry, we don’t have any news this week?’

About 80%.

Fascinating! Absolutely fascinating. I do sometimes feel like questioning this. What do you mean you’ve got ‘no news’? NOTHING has happened with your clients? Nothing… at all? What you mean is that you haven’t got a press release to issue. But you’ve most certainly got news. Surely? If you don’t, what the hell are you doing in the PR industry?

Als ich noch als PR-berater für Kunden gearbeitet habe, hab ich mir nen Ast gefreut (kam allerdings nur einmal vor). Wie kann man die Leute dann nur unverrichteter Dinge wegschicken??? Ich kann mir nciht vorstellen, das sowas tatsächlich passiert.

Wie sind da Eure Erfahrungen (von beiden Seiten aus gesehen): Kommen Blogger in D überhaupt aktiv auf PR-Leute zu? Und wenn ihr, liebe Blogger das macht: Wie reagieren die PR-ler? Stimmt, das, was Ewan vermutet?

Regularly we’re sent news — most of it relevant, and we do our best to get it up and out. That’s fine. We don’t distinguish between PR or you, the reader. We make a value judgment as to whether we publish irrespective of who sent it.

I’m continually surprised by how many public relations professionals cannot handle the opposite. Routinely I send out a note to them asking if they’ve got any shout-outs for the weekly newsletter or the podcast. This isn’t restricted to PRs — it’s a public thing we do.

via shel

3 thoughts on “PR und Blogger: Pitchen ja, fragen nein?

  • 08/28/2008 at 14:46
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    @ Alf: Bei Menschen mit der „alten“ Reichweiten-Sichtweise wärst Du sicher irrelevenat. Mmn. gibts davon noch zu viele. Manager, die PR value in TKPs umrechnen und so.

    @ Mik: Ich finde, man darf Blogger nciht wie Journalisten behandeln. Man muss Sie wie Blogger behandeln. Wie Du schon sagtest:
    stattdessen müssen infos so aufbereitet werden, dass menschen mit unterschiedlicher profession und unterschiedlichen interessen die für sie wichtigen infos schnell rausfiltern können. und zwar gleichzeitig.
    Blogger sind noch inhomogener als Journis und da wird schon feste segmentiert.

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  • 08/28/2008 at 14:40
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    habe als Blogger die Erfahrung gemacht, dass ich oft nicht ernstgenommen werde. Okay, ich bin nicht Robert Basic, aber das sollte doch im Zeitalter von Grasroot kein Thema mehr sein, oder?

    Wahrscheinlich haben viele von Euch einfach nicht verstanden, dass bei der Bloggerkommunikation das Kleinvieh den Mist macht.

    Übrigens: Wenn ihr euch die Arbeit mit den nervigen Anfragen sparen wollt, dann macht doch nicht nur einen Pressebereich, sondern auch einen für Social-Media.

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  • 08/28/2008 at 12:56
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    um es kurz zu machen:

    1. blogger melden sich selten bei uns („uns“ = vibrio, eine pr agentur, u.a. für oracle, novell schweiz, einen teil von microsoft, sophos und andere technologieunternehmen). wahrscheinlich haben sie angst vor marketinggeschwafel. ich kanns ihnen nicht verdenken, gebe aber entwarnung: wir bemühen uns wirklich um klare information 😉

    2. viele unternehmen sind sich noch unsicher im umgang mit bloggern. und viele haben noch nicht begriffen, dass die zeiten einer exklusiven zeitlich optimierten „kanalkommunikation“ vorüber sind. früher war das ja idealtypisch so:
    a) vier wochen VOR einer news (d-day) werden monatsmagazine und andere nichtaktuelle medien mit einer sperrfrist informiert.
    b) kurz vor oder am d-day werden alle medien (tageszeitungen, funk, online) informiert.
    c) kurz danach oder am d-day werden kunden mittels direktmarketing informiert.
    dabei erhielten journalisten andere infos, als die endkunden und partner wieder andere infos. z.b. erhielten endkunden infos zum nutzenversprechen und zum „how to use“, vertriebspartner zu „how to sell“ mit wettbewerbsvergleich, journalisten die berühmten endlosen featurelisten mit einer kurzpositionierung inkl. nutzenversprechen. die positionierung mochten sie meistens nicht, weil sie das für marketinggebrabbel hielten (übrigens ein fehler; eine positionierung ist ein tolles kennzeichen einer unternehmensstrategie und wenn mans richtig interpretiert sehr lehrreich).

    heute aber läuft das alles anders:
    a) vertraulichkeitserklärungen sind eh fast nicht mehr durchzusetzen.
    b) die printmedien stellen zug um zug auf „first online“ um. der spiegel hat also die gleiche vorlaufzeit, wie die süddeutsche zeitung.
    c) endkunden informieren sich online inzwischen aus den gleichen (internationalen) quellen wie journalisten und blogger.

    die zeiten exklusiver kanalspezifischer informationen sind vorbei. stattdessen müssen infos so aufbereitet werden, dass menschen mit unterschiedlicher profession und unterschiedlichen interessen die für sie wichtigen infos schnell rausfiltern können. und zwar gleichzeitig. für unternehmenspressestellen und agenturen ist das eine grosse und neue herausforderung. und wer sich dieser herausforderung nicht gewachsen sieht bedauert den ganzen trend, hasst das internet und macht die blogger gerne zu sündenböcken, mit denen man lieber nichts zu tun haben will. einer unserer grossen kunden hat uns in einem briefinggespräch erst vor kurzem gesagt: „um die blogger kümmern sich bei uns die blogger. wir in der pressestelle machen pressearbeit“. das ist natürlich schwachsinn, weshalb ich den kunden hier auch nicht nenne 😉 er liegt gerade bei uns zum brainwash auf der couch. blogger müssen behandelt werden wie journalisten. in beiden gruppen gibt es ernst zu nehmende seriöse menschen, die als „meinungshaber“ für uns wichtige gesprächspartner und kritiker und als „meinungsmacher“ wichtige multiplikatoren sind. und es gibt in beiden gruppen nullen und doppelnullen, die wir höflich behandeln.

    hmmm. nun ist das doch nicht so kurz geworden.
    gruss
    mik
    (der bloggt übrigens auf http://www.czyslansky.net und http://www.vibrio.eu/blog/)

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