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Online-PR: Stalin-Style

10 Januar 2009 2 Kommentare

Nachdem ich in den letzten Tagen schon einmal über das (mehr oder weniger) virtuelle Projekt Sowjet Unterzögersdorf berichtete, ist es nun an der Zeit sich die echten Kommies mal vorzunehmen, um mal zu kucken, was die Propaganda… äh… PR-technisch so drauf haben. Im Vergleich: Kuba gegen Nord Korea und Weißrussland.

Adressen:
http://www.cubagob.cu/ (Kuba)
http://www.korea-dpr.com/ (Nord Korea)
http://www.president.gov.by/en/ (Weißrussland)

Platz 3. Kuba:
Die Kubaner mögen es leicht und locker. Ganz wie es eben ihre art ist, besticht ihre Website, vor allem durch Mangel an Information. Es gibt ledigleich einen kleinen Startext, der erklärt,, was dam in den hinteren Rängen der Site so alles finden kann. Besonderheiten: Die Website steckt voller schöner kleiner kommunistischer Falen, die genau ausdrücken, wie man hier kommuniziert: Zwar wird man im Begrüßungstext aufgefordert, seine Meinung zu hinterlassen, aber es gibt nur eine Webmaster adresse und wer diese wiederliche klassenfeindliche Sprache Englisch verwenden möchte, der wird mit dem Butten auf der Startseite gleich in den virtuellen Gulag geschickt. Sehr schön! Kritikpunkt. Kein einziges Bild von Fidel Castro. Das ist schwach. Ich hätte mir bei einer ordentlichen Despotenseite deutlich mehr personenkult gewünscht.

Platz 2. Weißrussland:
Eine Tipp-Topp-Despotenseite mit allem, was das Surferherz begeht: Rss Feeds, Bilder vom Diktator, Schickes CMS und Design. Man merkt: Der Typ will in die EU. Atrein auch die Claims, die überall mit reinkommen und das letzt Interview von Lukaschenko im Wall Street Journal ist auch verlinkt. Das All-In-One Portal für den unterdrückten Staatsbürger, der hier alles findet und sich so garnicht mehr auf diesen wiederlichen Blogs rumtreiben zu müssen, um sich staatszersetzende Informationen anzutun. Man weiß auch immer genau, was los ist. Heute zum Beispiel:

Today, the President is scheduled to have a number of working meetings

Das ist ja fast schon twitter. Gut ist auch, dass es keinerlei ersichtliche Feedback Kanäle gibt. Schließlich sollen die Untertanen die Klappe halten. Dennoch für eine Echt despotensite einfach ein bisschen zu westlich, zu glattgeleckt und zu perfekt. Darum nur Platz zwei.

Platz 1: Nordkorea. Eine Spitzensite, schon allein die dezente Aufmachung in Schwarz und die Navi-Buttons im Frontpage-Stil sind spitze. Ebenso das Favicon. Dazu ein Anführerbild. Alles ist an seinem Platz. Die ganze Site vermittelt den Eindruck von Unterdrückung, Intoleranz und Zurückgebliebenheit, ist also die transparenteste Darstellung der tatsächlichen Umstände in allen drei getesteten Ländern. Aber richtig gut wirds erst mit den Inhalten. Ich empfehle ganz besonders die FAQ. Hier sind alle wichtigen Antorten rund um Nordkorea verzeichnet. Großartige Kommunikationsarbeit. Auch das”Lieber-Führer-Mechandising-Paket” ist allererste Sahne. So gehört es sich für einen ordentlichen Presonenkult. Einziger Wermutstropfen: Die Preise für das original Signierte Kim-Foto sind ganz und garnicht brüderlich sozialistisch. 30 Euro sind ganz schön happig. Aber immerhin wollen die keine US-Dollar haben.

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2 Kommentare »

  • grr sagt:

    Happy New Year 98!

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  • Et jeht so. » Netz » Sonntagslese (#1) sagt:

    [...] Welt lobt den neuen US-Präsidenten Barack Obama für den neuen Webauftritt des Weißen Hauses, auf Grenzpfosten wird mal analysiert, wie sich andere Großmächte wie Kuba, Nordkorea oder Weißrussland [...]

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