Interview: Warum twittert Vodafone

 

 

Carmen Hillebrand, Pressesprecherin Consumer bei Vodafone Deutschland, über das Engagement  im Microblogging-Dienst Twitter.

Wissen sie noch, was Sie als erstes dachten, als Sie das erste Mal von Twitter gehört haben?
Ich habe das erste Mal von Twitter in Die Zeit gelesen. Das war 2007. Der 1-seitige Artikel beschrieb genau das, was alle anfangs denken, die über Twitter stolpern: Wer braucht das? Wen interessiert, was ich gerade tue? Der Artikel beschrieb dann jedoch – passend zu meiner Erfahrung – wie sich die Meinung mit verstärktem twittern ändert.

Seit  1. April  ist Vodafone jetzt bei Twitter. Welche Überlegungen standen hinter diesem Schritt?
Dass Vodafone jetzt mit @vodafone_de auf Twitter ist, ist ein erster Schritt in Richtung der Umsetzung unserer Online-Strategie, die Twitter als ein Werkzeug der Unternehmenskommunikation einsetzt. Mit dem Ziel als offenes Unternehmen wahrgenommen zu werden, zeigen wir im Web 2.0 unser Gesicht. Wir zeigen hier, dass wir zuhören und mitdiskutieren wollen und können.

Was wollen Sie konkret erreichen?
Uns ist wichtig, dass der @vodafone_de Account nicht einfach ein Nachrichtenstream ist. Wir stellen mit unserem Einsatz bei Twitter den dialogischen Charakter von Twitter in den Vordergrund.

Über was twittern Sie?
Wir twittern über alles, was Vodafone ausmacht: Neue Produkte und Tarife, Themen wie mobiles Internet, Musik, Video. Dabei ist es besonders wichtig, sich mit den Followern auseinander zu setzen. Schließlich dient der Vodafone Twitter Account nicht nur als Nachrichten-Stream.

War es schwer, das Management vom Twittern zu überzeugen?
Ehrlich gesagt nicht. Der Eintritt in jegliche Social Media, nicht nur Twitter, muss gut durchdacht und eingebettet sein in die allgemeine Kommunikationsstrategie eines Unternehmens, dann ist die Überzeugungsarbeit intern relativ leicht.  Wichtig ist natürlich auch das Aufsetzen einer ‚Twitteretiqette‘. Schließlich twittere ich unter @vodafone_de ja nicht als Privatperson sondern als Unternehmenssprecherin.

Wie waren die Reaktionen der Community auf Ihr Twitter-Angebot?
Die Reaktionen waren durchweg sehr positiv, was uns natürlich freut.

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Gab es auch kritische Stimmen?
Kritische Stimmen zum Einsatz von Vodafone auf Twitter? Nein, die gab es nicht.

In Zeiten der Wirtschaftskrise stehen Kommunikationsmaßnahmen immer zuerst auf dem Prüfstand. Lohnt sich das Engagement? Wieviel Zeit investieren Sie?
Die investierte Zeit bewegt sich derzeit noch im Rahmen, mit ca. 1,5 Stunden pro Tag ist es gut investierte Zeit.

Wer twittert alles bei Ihnen? Nur Sie?
Offiziell für Vodafone twitter derzeit nur ich. Das kann sich aber in Zukunft ändern. Darüber hinaus gibt es natürlich den ein oder anderen Mitarbeiter, der auch twittert. Das aber privat.

Ist Ihr Twitter-Vorstoß ein Versuchsballon, oder ist es internationale Strategie von Vodafone? In welchen Ländern haben Sie schon Erfahrungen gemacht?
Es gibt keine großangelegte Strategie der Vodafone Group, die den Ländern den Einsatz von Twitter vorschreibt. Das ist meines Erachtesns auch gut so, denn Twitter – so wie auch andere Social Media – werden in jedem Land unterschiedlich genutzt. Was die Erfahrung anderer Länder angeht, so twittern manche Vodafone-Länder bereits, z.B. Vodafone Neuseeland, UK, Irland, Rumänien etc.

Dürfen wir uns bald darüber freuen, dass Vodafone die SMS-Kosten für den Twitter-Empfang, wie in UK auch, bei uns bald übernimmt?
Wir verfolgen die Entwicklung von Twitter mit großem Interesse und sind im Austausch mit den Kollegen in UK. Derzeit gibt es von Vodafone Deutschland keinen ähnlichen, kostenlosen Dienst.

Sie haben Alphablogger Robert Basic zu einem Fußballspiel eingeladen, der sich dann promt über Twitter freute. Welches Kalkül steckt dahinter?
Mir standen kurzfristig zwei Karten für das Champions League Spiel zur Verfügung und ich wusste, dass Robert ein Fußball-Fan ist. Deshalb die Einladung.

Warum sollten Unternehmen twittern?
Twitter, wie überhaupt das Web 2.0, bietet die Möglichkeit sich zu öffnen und mit den Menschen in Dialog zu treten. Daher ist Twitter ein guter Kanal für die Unternehmenskommunikation.

Und warum nicht?
Bevor ein Unternehmen Twitter als Kommunikationswerkzeug in seiner PR-Strategie verankert, sollte eine Beobachtungsphase erfolgen. Die Abfrage lautet hier: ist meine Zielgruppe auf Twitter?

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