Hyperdistribution, oder wie man an Masse kommt

smrWann immer ich bisher mit Unternehmensvertretern über das Thema Engagement im sozialen Web gesprochen habe kam man bisher immer auf ein Thema zu sprechen: Die Reichweite. Klar auf den ersten Blick ist das Argument stechend und bisher habe ich diese Frage gerne mit qualitativen, statt quantitativen Argumenten zu widerlegen versucht. Denn sicher: Ich kann ein viel genaueres, individuelleres und selbstgesteuerteres Bild meines Unternehmens zeichnen, wenn ich die Medienproduktion selbst in die Hand nehmen. Ich bin über Twitter näher dran am Kunden und kann viel glaubwürdiger mit ihm kommunizieren, als mit einer Image-Anzeige in einer Zeitschrift. Aber die Frage ist doch eine ganz andere. Sie lautet: Wie verbreiten sich Informationen in diesem neuen Medium Web 2.0?

Es gibt den „alten“ Spruch: In Web 2.0 you don’t find the news. The news finds you. Dazu habe ich bei der Medienlese ein sehr anschauliches Beispiel gefunden. Es handelt sich dabei um den Begriff der Hyperdistribution.

Dieser bezeichnet ein Konzept, bei dem Inhalte über möglichst viele Kanäle des Internets verbreitet werden. Hyperdistribution ist das Gegenstück zur Exklusivität, bei der Content lediglich über eine kontrollierte Quelle (z.B. ein Printmagazin oder einen kostenpflichtigen Internetdienst) zugänglich gemacht wird.

Ausgehend von diesem Prinzip müsste man einige Sachen überdenken. Z.B. die Frage, ob sich dieses Prinzip nicht auch auf eine Pressemitteilung übertragen lässt. Natürlich darf man keine PM einfach so in die Welt hinausballern. Agenturprosa ist wirklich das letzte, was man als User lesen möchte. Es bräuchte also ein Ein Format, das mehr eine Community-Release oder eine Society-Release wäre.

Das einzige, was mir in diesem Zusammenhang wieder einfällt ist die gute, alte, viel diskutierte, wenig umgesetzte und (darum) auch wenig erfolgreiche Social Media Release. Allerdings nicht mit der Zielgruppe „Journalist“, sondern mit der Zielgruppe „Jeder“.

Dementsprechend müssten dann auch die Inhalte aufgebaut sein. Also mehr Storytelling, viel Multi-Media, einfache unternehmenssprechfreie Sprache usw. Und das müsste dann über alle verfügbaren Kanäle (z.B. Twitter, Facebook, Blog, Mr Wong, Yigg usw.) verbreitet werden (vielleicht liegt der mangelnde Erfolg der SMR tatsächlich „nur“ daran). Und dann bleibt noch noch eines zu tun, das man früher nach dem Versand einer PM auch tun musste. Warten und hoffen.

P.S. Und nur, um noch einmal klarzustellen, wie viele Menschen man errechen könnte. Hier zwei sehr schöne Videos.

Bild: CC-by: http://www.flickr.com/photos/matthamm/2945559128/

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