So böse könnte Online-PR sein

evilBevor die einen von Euch aufheulen und vom ehrenhaften und transparenten Dialog zwischen Unternehmen und Öffentlichkeiten schwadronieren, und die anderen von Euch bannerschwingend postulieren, dass PR an sich schon etwas böses ist, möchte ich gleich klarstellen: Das ist ein Gedankenexperiment (hoffentlich). Aber es ist ein besonders schönes, weil es seinen Ausgang in der Realität findet.

Es geht folgendermaßen: Stellen wir uns vor, ein Blogger rezensiert ein Buch (so wie hier) und daraufhin meldet sich ein Kommentator und droht dem Blogger den Anwalt an (so wie hier). Der Blogger wiederum hat (zum Beispiel hier) im Internet gesehen, dass man sich gegen diese Abmahner zur Wehr setzen kann. Und beginnt darüber zu twittern (so wie hier). Das löst dann wiederum einen kleinen Twiterstorm aus (so wie hier) und das ganze könnte dan seinen ganz natürlichen Lauf nehmen (so wie hier auch).

Jetzt stellen wir uns einmal vor, es ist wie hier gesagt wird und der Kommentator war gar nicht irgendein Abmahner, sondern ein Spaßvogel. Oder schlimmer noch jemand, der mit Absicht so handelt um den Ruf dessen zu ruinieren, von dem jetzt alle denken, er sei ein fieser Abmahner. Was, wenn man das professionell machen würde? Z.B. So: Ich bin ein Unternehmen A und habe den Konkurrenten B. Ich schaue, wo im Netz über B unschöne Dinge stehen und dann tue ich so als wäre ich B und schreibe dem Urheber der unschönen Inhalte eine unschöne Abmahnung, in der ich mich als Anwalt von B ausgebe. Dann bräuchte ich nichts mehr weiter tun, als mich zurücklehnen und zusehen, wie das Image von B durch Twitterstürme und  Blogposthagel ramponiert wird.

Online-PR könnte ganz schön böse sein. Theoretisch. Finde die Vorstellung ziemlich beunruhigend.

Bild: CC-by www.flickr.com/photos/leoville/1438701909/

5 thoughts on “So böse könnte Online-PR sein

  • 10/01/2009 at 13:53
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    @Berufskommunikator – Stimmt, das wäre dann die erste Schmutzkampagne, die die Welt je gesehen hat 😉 Bin aber auch Ihrer Meinung, dass das ein Fall für den Anwalt wäre.

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  • 10/01/2009 at 11:37
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    Diesen Tatbestand nennt man glaube ich Verleumdung und dazu steht bestimmt etwas im Strafgesetzbuch. Von den zivilrechtlichen Folgen und Schadenersatzansprüchen mal gar nicht zu sprechen…

    Wer so etwas macht, macht sich strafbar und das hat mit PR nichts zu tun. Genauso gut könnte ich auch losfahren und die Produktionshallen von Unternehmen A niederbrennen. Findet hoffentlich auch keiner raus, dass ich das war und ist genauso geschäftsschädigend.

    Ich finde es müßig über solche Thematiken unter der Headline PR/Kommunikation zu sprechen. Schließlich bedeutet Public Relations ja per Definition „die eigenen Beziehungen zur Öffentlichkeit gestalten“. Und das tut man ja nicht, wenn man den Ruf anderer schädigt.

    Im übrigen gibt es dieses Vorgehen in der Wirtschaftskommunikation (Stichwort „Börsennotierte Unternehmen“) ja schon lange. Das nennt auch niemand böse PR sondern arglistige Täuschung oder Betrug oder so. Oder?

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  • 09/28/2009 at 16:34
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    Danke für die Tipps 😉

    Klar, das Web 2.0 bringt für alle Seiten Gefahren aber auch Möglichkeiten mit sich. Nun heißt es Regelungen dafür zu finden, wie es die Piraten versuchen. Mit der Bundestagswahl dürften wir allerdings für die nächsten 4 Jahre Schwarz(-Gelb) sehen.

    Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Authenzität der „Nachrichten“ überprüft wird, bevor sie in den Medien landen. Aber ob das überhaupt möglich ist, weiß ich auch nicht.

    Ansonsten hilft wohl nur noch Auge um Auge, Zahn um Zahn 😉

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