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Wie finde ich einen guten Social Media Berater

31 Oktober 2009 16 Kommentare

examineWer heute als Unternehmen nach einer kompetenten Beratung und Unterstützung in Sachen Social Media PR sucht, der hat ein gewaltiges Problem: Wie soll jemand, der keinen oder nur wenig Plan von Social Media PR hat (bräuchte ja sonst keine Beratung) denn erkennen, welcher Dienstleister geeignet und kompetent ist. Kaum in einem anderen Bereich wird zur Zeit so viel Schindluder mit verzweifelten Unternehmen getrieben, die auch ein Stück vom Social Media Kuchen haben wollen, nur eben nicht wissen, wie das gehen soll. Dieses Video bringt es auf den Punkt.


Was kann man also tun, um z.B. in einem Pitch-Prozess die guten Angebote (ja, auch die gibt es) herauszufinden? Folgende Aussagen eines Kandidaten sollten Sie auf jeden Fall kritisch hinterfragen.

  • “Wir haben X-Tausend Blogleser/Follower”: Der Agentur-ler hat damit nachgewiesen, dass er X-Tausend Menschen für die Inhalte einer Agentur/Einzelperson begeistern konnte. Das ist kein Beweis, dass er es auch in Ihrer Zielgruppe kann.
  • “Wir haben Kontakte zu fast allen A-Bloggern in Deutschland”: Das klingt zwar gut, aber in vielen Fällen hat die digitale Avantgarde der A-Blogger (oder die, die sich dafür hält) recht wenig mit anderen Zielgruppen im Netz zu tun. Viele Jugendliche z.B. interessiert überhaupt nicht, was die A-Blogger so machen. Hier muss überlegt werden, ob dieser Asset überhaupt relevant ist.
  • “Wir bieten Social Media Out of the Box”: Sowas funktioniert bei Social Media nicht. Gleich abschießen.
  • “Sie müssen sich um nichts kümmern, wir machen das für Sie.” dito.
  • “Wir raten zu Kampagnen, wir haben da viel Erfahrung”: Hier scheiden sich die Geister. Ich bin der Meinung, dass sich mit Kampagnen nur punktuell Boosts erzeugen lassen. Wenn die nicht in langfristige Konzepte einzahlen, sind sie nutzlos.
  • “Wir haben heute zum Pitch ein Strategiekonzept mitgebracht, so haben wir das erfolgreich bei Kunde X gemacht:” Strategie muss aufs Unternehmen zugeschnitten sein. Sie sind bei Social Media nicht übertragbar. Als Nachweis erfolgreicher Arbeit aber okay.
  • “Wir können Ihnen schnelle Ergebnisse zusichern”. Bullshit, Lüge. Nirgendwo sonst ist die Fail-Rate größer. Wer das verschweigt ist unseriös.
  • “Social Media wird Ihr Unternehmen nicht verändern.” dito. Social Media im Unternehmen verändert das Unternehmen nachhaltig.
  • “Sie haben jederzeit einen Exit-Button.” Nein, haben Sie nicht.
  • “Social Media PR ist eine kostengünstige Alternative.” Bei einer Gesamtkostenrechnung sicher nicht.

Ein seriöser Social Media Berater hingegen:

  • Hört sich zuerst an, was Sie überhaupt wollen.
  • Sagt Ihnen, dass Social Media PR eine langfriste Angelegenheit ist, und schnelle Erfolge kaum möglich sein werden.
  • Sagt Ihnen, dass es Rück- und Fehlschlägen geben kann (Web 2.0 is the ability to fail)
  • Sagt Ihnen, dass er Ihnen jetzt keine Strategie sagen kann. Die muss erst mit dem Kunden erarbeitet werden.
  • Spricht nicht über Maßnahmen, solange es keine Strategie gibt.
  • Sagt Ihnen, dass Social Media PR ressourcenintensiv ist.
  • Sagt Ihnen, dass Social Media PR die internen Prozesse des Unternehmens verändern wird.
  • Prüft kritisch, ob Sie überhaupt bereit sind für Social Media und sagt Ihnen, wenn das nicht der Fall ist.

Bild: CC-By http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-W1127-0018,_Analyseger%C3%A4t_f%C3%BCr_Blutproben.jpg

16 Kommentare »

  • Tweets die Wie finde ich einen gute Social Media Berater | Grenzpfosten erwähnt -- Topsy.com sagt:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von cdv, grenzpfosten erwähnt. grenzpfosten sagte: Frisch gebloggt: Wie finde ich einen gute Social Media Berater http://bit.ly/1n3pjn [...]

  • ralf schwartz sagt:

    Wenn der Berater dann noch erklärt, daß ‘Social’ und ‘Media’ (oder gar ‘PR’) einander ausschließen, bin ich zufrieden. ;-)

  • Flo (Autor) sagt:

    @ralf schwartz – Lool. Könnte sein, je nachdem, was für ein Verständnis von PR man so hat.

  • Sascha sagt:

    Wahre Worte. Find ich gut. Was hört man da immer für einen Mist in dem Bereich. 2.000 Follower bei Twitter, 3.000 Fans auf Facebook….zum kotzen! Super hier aufgeführt. Quantität und Qualität wird da einfach leider immernoch ständig verwechselt. Kann man nur hoffen, dass hier auch die ein oder andere Firma vorbeischaut. Well done.

  • Angelika Dorsch sagt:

    Uneingeschränktes Jawohl zu diesem Beitrag. Jetzt braucht es eben nur noch eine Möglichkeit, dass zu den Menschen zu bringen die das lesen sollten. Leider bewegen die sich ja nur so minimal im Netz, dass wir sie schwer erreichen. Ich selber coache Einzel- Klein Unternehmer darin, ihr Selbstmarketing über das Social Web aufzubauen. Dabei mache ich immer wieder die Erfahrung, dass viele einfach dazu bereit sind, Euros zu investieren, wenn ihnen jemand sagt, er bekäme XTausend neue Kontakte, sich aber schwer tun damit, wenn ich ihnen sage, dass sie Zeit und Engagement investieren müssen und es unbedeutend ist wie viele Kontakte sie haben, es dagegen alles entscheidend ist, wie sie diese Kontakte pflegen. Also Danke für den tollen Beitrag, bitte weiter sagen und auch über andere Kanäle in die Welt tragen ;o}

  • Vesna sagt:

    Sehr schön zusammengefasst!
    Das mit dem fail szenario kann ich gut :) fiktive worst case blogposts veranschaulichen ganz gut, wohin die reise gehen kann. und dann drüber reden, wie man erreicht, dass es dazu nicht kommt.

  • Mark Ralea sagt:

    Eine Kleinigkeit fehlt noch:

    Der Berater sollte gleich von Anfang an sagen, dass es Zeit brauchen wird. Im Bereich Social Media muss langfristig geplant werden – denn es werden normalerweise keine kurzfristigen Erfolge zu erzielen sein.

  • Flo (Autor) sagt:

    @Mark Ralea – Guter Punkt… Aufgenommen

  • Den richtigen Social Media Berater finden | Eikyo - Community Management sagt:

    [...] Mehr dazu unter Grenzpfosten.de Share and Enjoy: [...]

  • Dirk sagt:

    Ergänzung zu letztem Punkt: er prüft nicht nur, ob das Unternehmen so weit ist, sondern ob sich Social Media überhaupt eignet, um die Ziele des Unternehmens zu erreichen und rät dem Unternehmen im Zweifelsfall ab.

    Nur weil die Unternehmen Social Media wollen heißt das nicht, dass es sinnvoll für sie ist. Da muss man auch als Berater / Agentur mal ehrlich sein und eventuell andere Strategien vorschlagen.

  • Mark Ralea sagt:

    Hi Dirk,

    jein. Ich gebe dir sicher recht, dass nicht für jedes Unternehmen auch eine Kampagne im Bereich Social Media sinnvoll ist. Eine Strategie aber grundsätzlich schon – den die User disktuieren über die Produkte/Unternehmen auch ohne das zutun. Heißt um dies im Auge zu behalten und gegebenenfalls reagieren zu können benötigt man fast immer ein:

    a) Monitoring
    b) ungefähre Strategie wie mit dem Medium umzugehen ist

  • Kommunikation – zweinull » Blog Archive » Social Media ist nicht für jeden geeignet: Sollten Stars twittern? Und wenn ja, wie viel? sagt:

    [...] werden differenzierter. Das unterscheidet einen Marketing-Hype von einem ernsthaften Diskurs. Denn Social Media ist wirklich nicht für jeden geeignet und Dialog um jeden Preis kann nicht sinnvoll [...]

  • Nicole SImon sagt:

    Sehr schön zusammengefaßt – nur wie schon bemerkt, werden es die “aber ich möchte jetzt gleich etwas ohne Arbeit haben!!!” Kunden nicht lesen.

    @Mark Strategie hört sich immer danach an, als wenn es bedeutet daß man dann Social Media ‘macht’ deswegen scheuen sich wohl viele. Das Strategie auch heissen kann “ham wir uns angeguckt, machen wir erst mal nicht, überprüfen wir wieder in X” ist den meisten neu.

  • Thomas sagt:

    Hallo Dirk,

    sehr gute Zusammenstellung. Damit werden sicher die gröbsten Fehler bei der Auftragssvergabe vermieden.

    Gruss Tom Mergen

  • Mark Ralea sagt:

    Hallo Nicole,

    ja da hast du wohl recht. Ich meinte auch mit Strategie wie man grundsätzlich damit umgeht. Heißt nicht selbst aktiv werden und agieren, sondern wie man reagiert. Denn über seine Produkte und Dienstleistung wird eben gesprochen, selbst wenn man in diesem Segment nichts macht.

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