Mit Pressemeldungen in Social Networks?

loudIst das der richtige Weg? News Aktuell (na), die PR-Tochter der dpa, verlängert jetzt ihre Pressemitteilungs-Artillerie ins Social Web. Auf der Website wird verkündet:

Das Material, das wir im Auftrag unserer Kunden veröffentlichen, finden Sie nicht nur hier im Presseportal sondern auch bei zahlreichen Sozialen Netzwerken. Vernetzen Sie sich mit uns!

Auf den ersten Blick eigentlich eine charmante und einfache Lösung, um den na-Kunden eine Verlängerung ins Social Web anzubieten. Bei näherer Betrachtung aber, zeigen sich einige Schwächen im Konzept:

  • Zuviel ist zuviel: na klatscht einfach den gesamten PM-output in die streams von Twitter, Facebook und co. Allein bei Twitter sind (stand 4.12) über 22.000 Tweets. Das kann kein Mensch lesen. Wahrscheinlich sind da interessante Nachrichten drunter, aber die gehen im Geräusch der trampelnden Herde unter.
  • Zuwenig ist zuwenig: Social Media lebt vom Sozialen. Aber na ist „nur“ ein Verbreitungskanal. Rückfragen zu transportierten Inhalten sind nicht vorgesehen und wären auch unnötig. Immerhin habe ich ja keine Frage an na, sondern an den ursprünglichen Autor. Und den erreiche ich nicht über die Rückkanäle, die na bietet.
  • Eine Frage des Stils: Um die User im Social Web zu erreichen braucht man spezielle zugeschnittene Medieninhalte und vor allem Texte. Pressemitteilungen, wie sie von na über Twitter verteilt werden, sind – wie der Name schon sagt – für die Presse gedacht und nciht für die User von Social Media. Im Deutschaufsatz würde man dazu sagen: Thema verfehlt.

Fazit: Bringt das also was? Ich würde sagen jein. ich finde, das Gieskannenprinzip hat im Social Web ausgedient. Hier wird einfach ein weiterer Verstärker der One-To-Many-Kommunikation zugeschaltet. Das kann nicht der Sinn der Sache sein. Aber Immerhin: Es besteht eine geringe Chance, den einen oder superinteressierten User doch zu erreichen, wenn der die Nadel im Nadelhaufen findet. Ein anderer wichtiger Punkt ist: Journalisten wie z.B. Georg Holzer veraschieden sich zunehmend aus dem Medium E-Mail, weil sie den PR-Druck nicht mehr ertragen (wollen). Für solche Individuen könnten diese Channels interessant werden, allerdings müssten sie dann stark segmentiert werden. Mit nur einem Channel der alles rausbläst verschiebt sich nur das Problem vom E-Mail-Eingang in den Twitter-Client.

Bild: CC-by: www.flickr.com/photos/_saturnine/2848828560

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