Google ist der bessere Verlag

Die Verlagswelt frohlockt sich ein zweites Loch in den Hintern. Das iPad kommt bald. Bald, so hofft man in den Häusern, werden diese vermaledeiten Internetuser nicht mehr einfach so kostenloses Content einfordern. Mann könnte dann – so ist die mehr oder minder verblümte Hoffnung – einfach so weitermachen wie bisher. Den Gipfel dieser Bewegung in der Alte-Medien-Industrie ist (mal wieder) FAZ-Chef Frank „Netmän“ Schirrmacher, der tatsächlich angeregt hat (Wie der Spiegel in seiner aktuellen Printausgabe berichtet) iPad-Apps herauszugeben, die sich wie eine Tageszeitung nur einmal am Tag aktualisieren. Der Mann ist mmn. ungefähr so fortschrittsorientiert wie Bernado Gui.

Das ist natürlich auch praktisch, denn anstatt sich endlich einmal ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie man Nachrichten und journalistische Inhalte so aufbereiten kann, dass sie dem Nutzwertprofil des Internetusers entsprechen und nicht dem des Zeitungskonsumenten, kann man schön die alte Schiene weiterfahren.

Aber zum Glück gibt es Leute, die sich Gedanken darüber machen, wie man Nachrichten im Netz interessant und mit Usernutzwert verarbeiten kann und die sitzen (mal wieder) nicht bei den Verlagen, sondern bei Google. Auf den Google Labs gibt es einen (leider schon abgelaufenen) ersten Test mit einer Software namens Livingstories. Diese Software stellt semantische Korrelationen zwischen einzelnen Nachrichtenbeiträgen her. Was genau das heißt ist in diesem Video sehr anschaulich erklärt.

Das ist das erste mal, das mich eine Umsetzungsidee für journalistischen Content wirklich überzeugt. Wenn man dann das ganze noch als offene Plattform aufbaut und auch Inhalte von Contentproduzenten zulässt, die sich nicht im eigenen Medienhaus befinden, dann könnte eine solche Plattform tatsächlich Erfolg haben. Auch wirtschaftlich. Aber das ist ja nicht mehr nötig. Jetzt haben die Verlage ja das iPad, oder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.