Inhalte, Inhalte, Inhalte!

Inhalte (oder Neudeutsch: Content) haben schon immer das Wesen guter PR-Arbeit bestimmt (zumindest in der Theorie). Soweit nichts neues. Trotzdem bekommt die Wichtigkeit von Inhalten in letzter Zeit eine neue Qualität. Warum? Hier zwei Gründe:

1. Inhalte ziehen.… nicht nur im klassischen PR Umfeld, sondern auch im Marketing: Auf heller und Pfennig gerechnen entwicklen Inhalte 3 mal mehr Leads als klassische Werbung. Und etwa 70 Prozent der Konsumenten lernen ein Unternehmen lieber über Inhalte kennen als über Klassische Werbung. PR-Daily hat das wunderbar zusammengefasst und bietet eine ganze Reihe überzeugender Statistiken und Argumente. Die Quintessenz:

Content isn’t just important these days, it’s essential.

2. Google liebt (originäre) Inhalte mehr als je zuvor… 2011 führte Google Panda ein, ein Update des Algorithmus‘ mit dem die Suchmaschine bewertet, welche Seiten wichtig sind und welche nicht. Dabei werden originäre inhalte und vor allem auch ein inhaltlich qualitativ hochwertiges Umfeld stark in der Ergebnisslisten bevorzugt. Der geschätzte Heinz Wittenbrink hat das sehr übersichtlich zusammengefasst.

Inhalte über Links zu promoten ist nur sinnvoll, wenn die Inhalte selbst gut sind.

Oder, wie es Matt Cutts, Googles oberster Spam-Bekämpfer, ausdrückt:

It’s important to think about producing something excellent first. If you have an outstanding product, world class content, or something else that sets you apart, then you can step back and start thinking about how to promote it.

Was sich imho an diesen beiden Dinge gut veranschaulicht ist die zunehmende Auflösung der Disziplinen Marketing und PR. Wenn ich gute Werbung machen will (die Domäne des Marketing), dann brauche ich gute Inhalte (eine Domäne der PR). Gerade im Produkt-Bereich werden diese beiden Disziplinen wohl bald verschwimmen, was eine ganze Reihe interessanter Betätigungsfelder für Profis aus beiden Bereichen eröffnen dürfte. Und was gute Abstimmung zwischen diesen beiden Bereichen umso wichtiger macht.

Unter diesen Gesichtspunkten  machen auch die Überlegungen zu Content-Engines innerhalb der Unternehmen wieder deutlich mehr Sinn. Auch vor dem Hintergrund, dass klassische Medien in Zukunft mehr denn je auf diese Inhalte angewiesen sein werden. Trotzdem bleiben Herausforderungen: Wenn Unternehmen Content liefern, wie sichern sie die Glaubwürdigkeit dieser Inhalte ab: Wenn der Content wieder zur Werbung wird, ist ja auch keinem geholfen.

Und: Werbeaussagen müssen dann auch einem kritischen „Reality-Check“ standhalten und zwar schon in der Konzeptionsphase, sonst kann man das nicht mehr umsatteln. Außerdem dürfte Creative Commons eine neue Bedeutung gewinnen, besonders die Möglichkeit Inhalte zu remixen und mit andern Inhalten zu kombinieren. Und im bereich Solcial Media wird es dann (glücklicherweise) nicht mehr (nur) auf die Masse der Community ankommen, sondern (auch) auf deren Klasse.

Bild: CC-BY

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